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06.06.2008

E-Mail-Kampagnen mit dem ASP-Anbieter
Campaign Monitor realisieren

Themen: Campaign Monitor, E-Mailings | zuletzt bearbeitet: 28.03.2013


Vorgeschichte

Vor einiger Zeit bekam ich den Auftrag eine Freundschaftswerbung per E-Mail an ca. 180.000 Kunden zu versenden. Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt nur mit einer selbst entwickelten PHP-Lösung für den Versand von HTML-E-Mails gearbeitet und es wurde schnell klar, dass die große Anzahl der Empfänger mein einfaches PHP-Skript überfordern würde. Also begann ich mich nach Lösungen umzusehen, die es ermöglichten professionelle E-Mail-Kampagnen auch an viele Empfänger zuverlässig zu versenden.

Lokale Anwendung oder ASP-Lösung

Schnell stellte sich heraus, dass es grundsätzlich zwei Möglichkeiten gibt, E-Mail-Kampagnen zu versenden: entweder mit Anwendungen die lokal bzw. auf dem eigenen Web-Server laufen oder mit ASP-Lösungen, bei denen eine Web-Applikation auf dem Server des Anbieters alle Aufgaben übernimmt (ASP: Application Service Provider). Nach einiger Recherche entschied ich mich für die ASP-Variante, schließlich wollte ich nicht, dass der Medianotions- oder ein Kunden-Server auf einer Blacklist landet oder mein Internet-Provider mir wegen Spamming-Verdachts den Anschluss kündigt.

Auf der anderen Seite hoffte ich natürlich auch, dass die ASP-Anbieter in Zeiten des überbordenden Spams ihre Hausaufgaben machen, ihre Server auf entsprechende White-Lists setzen lassen und auch sonst alles dafür tun, damit die E-Mails zuverlässig bei den Empfängern ankommen. Nach weiterer Recherche und einigen Telefonaten mit Vertriebsmitarbeitern von deutschen ASP-E-Mailing-Anbietern stellte sich allerdings heraus, dass alle Anbieter (die ich angefragt habe) monatliche Gebühren verlangen, ob man nun regelmäßig versendet oder nicht. Und das auch noch gestaffelt nach der Anzahl der hinterlegten Empfänger-Adressen. Keine wirklich interessante Option.

Campaign Monitor

Ich habe dann irgendwann Campaign Monitor entdeckt und mich für diesen Anbieter entschieden weil die Web-Applikation einen erstklassigen Eindruck machte und keine monatlichen Gebühren anfielen. Viele E-Mail-Kampagnen später habe ich die Entscheidung nicht bereut. Wie die Arbeit mit Campaign Monitor im Groben aussieht, sowie einige meiner Liebligs-Features will ich im Folgenden zeigen.

Kunden- und Empfängerlisten-Verwaltung

Campaign Monitor ermöglicht das Anlegen von beliebig vielen Empfänger-Listen die jeweils einem Kunden zugeordnet werden. Ideal für Web-Designer die mehrere Kunden verwalten möchten. Der Import von Empfängerdaten erfolgt reibungslos im CSV-Format und – wichtig – der Export auch. Für jeden Empfänger lassen sich bis zu 10 frei wählbare zusätzliche Datenfelder anlegen um Anrede, Name, Anschrift oder z.B. einen Gutscheincode zu hinterlegen und später personalisiert auszugeben. Campaign Monitor verwaltet natürlich auch ein- und ausgetragene Empfänger und stellt Tools zur Erstellung der Newsletter-Formulare zur Verfügung.

Campaign Monitor: Kunden- und Empfängerlisten-Verwaltung

E-Mailing-Erstellung

Das HTML für die E-Mail unterliegt der vollen Kontrolle des Web-Designers, es gibt kein einschränkendes HTML-Korsett nach dem man sich richten muss – Campaign Monitor passt lediglich die Link- und Bildpfade an. Die Text-Version erstellt Campaign Monitor auf Wunsch automatisch aus dem HTML-Quelltext und dann kann es schon losgehen mit dem ersten Test, um zu prüfen ob die E-Mail im eigenen E-Mail-Programm so aussieht wie erwartet. Will man testen wie die E-Mail in vielen anderen E-Mail-Clients aussieht, bietet Campaign Monitor für 5 US $ einen echten Test der E-Mail-Kampagne an, der zudem die Reaktion einer Reihe populärer Spam-Filter auf die E-Mail anzeigt.

Campaign Monitor: E-Mailing-Erstellung

E-Mailing-Versand

Für den Versand werden 5 $ pro Kampagne und 1 $ Cent pro Empfänger fällig, so dass sich die Kosten für Empfängerlisten im vierstelligen Bereich überschaubar gestalten. Für große Versandmengen gibt es Rabatte von bis zu 50%. Der Versand kann sofort erfolgen oder auf eine bestimmte Zeit vorprogrammiert werden, wobei Campaign Monitor netter Weise Zeitzonen berücksichtigt, so dass man sich um Server-Standorte keine Gedanken machen muss. Eine Versandbestätigung samt Rechnung gibt es sofort nach Versandabschluss per E-Mail.

Campaign Monitor: E-Mailing-Versand

Kampagnen-Auswertung

Ein großer Vorteil von guten ASP-Lösungen gegenüber einfachen PHP-basierten E-Mailing-Anwendungen ist die Möglichkeit E-Mail-Kampagnen statistisch auszuwerten. Und das macht Campaign Monitor vorbildlich. Besonders schön finde ich, dass Kunden über einen eigenen Login die Auswertung Ihrer Kampagne selbst aufrufen können. Oder auch, dass fehlerhafte E-Mail-Adressen automatisch aus der Empfänger-Liste entfernt werden.

Campaign Monitor: Ausführliche Kampagnen-Auswertung

Weitere Pluspunkte

Was mir bei der Arbeit mit Campaign Monitor immer wieder positiv auffällt, ist die Tatsache, dass die Entwickler an vielen Stellen mitgedacht bzw. die Wünsche der Kunden berücksichtigt haben. Weitere erwähnenswerte Pluspunkte sind:

  • vorbildlich gelöste, intuitiv bedienbare Web-Applikation
  • transparentes, leicht kalkulierbares Preissystem
  • ausführliche Online-Hilfe, informativer Blog und ein gutes Forum

Das Einzige was ich derzeit bei Campaign Monitor vermisse sind verschiedene Sprachversionen der Web-Applikation, denn vor allem im Kunden-Bereich wäre es schön, eine lokalisierte deutsche Version anbieten zu können.


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7 Kommentare

mangolassi

13.01.2010 18:27:24

Für die USA ist das mit der EU klar geregelt, da gibt es das Safe Harbor Privacy Framework: US-Unternehmen, die sich gegenüber dem Department of Commerce verbindlich verpflichten, ein bestimmtes Datenschutzniveau einzuhalten, sind dann auch seitens der EU akzeptiert: http://de.wikipedia.org/wiki/Safe_harbor

Für den Prozess gibt es auch zusätzliche externe Zertifizierungen (z.B. TRUSTe).

Streng genommen ist die Übermittlung personenbezogener Daten an US-Unternehmen die nicht am "Safe Harbor" teilnehmen ein Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen, da in den USA ein aus EU-Sicht unzureichendes Schutzniveau besteht.

Bedauerlicherweise kümmern sich viele US-Anbieter nicht um den europäischen Markt und die hiesigen Datenschutzanforderungen, was eine Nutzung dieser Dienste problematisch macht.

Und wie es mit Australien aussieht, finde ich auch noch raus…

Bogdan zur Website

10.02.2009 13:52:08

Hallo Getty,

bezüglich der Kommunikation: es stimmt, ich kann nicht ohne weiteres zum Telefon greifen und bei Campaign Monitor anrufen, da macht mir allein schon die Zeitverschiebung einen Strich durch die Rechnung. Wenn man gut Englisch kann (was bei mir der Fall ist), kann man sich per E-Mail an den Support wenden oder im Forum suchen und nach Rat fragen. Mit beidem habe ich bei Campaign Monitor schon gute Erfahrungen gemacht.

Bezüglich des Ortes der Datenspeicherung: hier sind mir keine gesetzlichen Regelungen bekannt. Ich regele das so, dass ich meinen Kunden klar kommuniziere wie ich Campaign Monitor nutze und wo die Daten später liegen werden. Dann kann der Kunde selbst entscheiden ob das OK ist oder nicht.

Übrigens: Ich habe natürlich nichts gegen deutsche Anbieter, im Gegenteil. Ich habe bisher aber noch keinen gefunden der ein ähnliches Preis / Leistungsverhältnis und eine vergleichbar gute ASP-Lösung anbietet wie Campaign Monitor. Für Tipps bin ich aber gerne offen :-)

Getty

09.02.2009 20:27:55

Hallo Bogdan,

ich stimme mit dir überein, dass das erste Kriterium das Vertrauen ist. Und das kann ich zu einen ausländischen Dienstleister genauso wie zu einen inländischen haben. Zu einem Dienstleister aus dem eigen Land ist nur der Weg, die Kommunikation, etwas einfacher.

Was ich mich noch frage ist, ob der Empfänger eines Newsletters im Vorfeld explizit seine Erlaubnis dazu geben muss, das die Daten nicht beim Newsletteranbieter, sondern bei einem externen Dienstleister gespeichert sind - egal wo der seinen Sitz hat.

Bogdan zur Website

09.02.2009 15:19:15

Hallo Getty,

danke! Mit einem ausländischen Anbieter zusammen zu arbeiten birgt bezüglich des Datenschutzes und der rechtlichen Handhabe in der Tat ein potentiell größeres Risiko als bei einem deutschen Anbieter, da

a) die Rechtslage in Sachen Datenschutz in anderen Ländern stark von der hier in Deutschland abweichen kann

b) rechtliche Mittel im Ausland anzuwenden ungleich schwieriger ist.

Ein Faktor verhält sich allerdings bei einem ausländischen Dienstleister in diesem Segment genau so wie bei einem deutschen Dienstleister: Vertrauen. Wenn auch nur ein Fall bekannt werden würde in dem Campaign Monitor wissentlich Daten weiter gegeben oder fahrlässig Daten für Unbefugte verfügbar gemacht hat, würden die Kunden Campaign Monitor reihenweise den Rücken kehren und sich nach einer anderen Lösung umsehen.

Ein weiter Vertrauensfaktor ist, dass Campaign Monitor bereits länger auf dem Markt ist und auch große Konzerne bedient.

Beide Faktoren genügen mir persönlich als Pfand für die Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens und die Sicherheit der Daten. Ich habe aber auch volles Verständnis, wenn das anderen Dienstleistern nicht genügt.

Allerdings zeigen die jüngsten Datenschutz-Skandale hier in Deutschland, dass deutsches Recht und eine mögliche Klage vor einem deutschen Gericht als Abschreckung scheinbar nicht immer ausreichen, um selbst namhafte Unternehmen von Datenschutz-Verletzungen abzuhalten.

Getty

09.02.2009 10:40:36

Gute Zusammenfassung. Ich frage mich aber, wie es mit dem Datenschutz steht, wenn die Adresssätze auf einen us-amerikanischen Server liegen.

Bogdan zur Website

18.10.2008 10:53:03

Danke! Das Web lebt ja vom Mitmachen :-)

Touchscreen TFT zur Website

18.10.2008 09:56:35

Danke für den informativen Beitrag. Sowas findet man heute wirklich selten.